Das Projekt Grün statt grau

Die Stadt Remscheid wie auch viele andere Kommunen sehen eine wichtige Zukunftsaufgabe der Stadtentwicklung darin, Gewerbegebiete bei den Herausforderungen der Zukunft zu unterstützen.

Insbesondere verfügen ältere, gut etablierte Gewerbegebiete wie Großhülsberg über zukunftssichernde Potenziale, die es zu entdecken und zu entwickeln gilt.

Um konkret die Möglichkeiten einer Erneuerung und nachhaltige Entwicklung von bestehenden Gewerbegebieten zu untersuchen und geeignete Konzepte zu entwickeln, hat sich die Stadt Remscheid um die Aufnahme in das Forschungsprogramm „Nachhaltige Transformation Urbaner Räume“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beworben und wurde im August 2016 mit dem Gewerbegebiet Großhülsberg in das Forschungsverbundprojekt „Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel“ aufgenommen.

Die folgenden Partner sind an der Durchführung des Projektes beteiligt:

  • Wissenschaftsladen Bonn (Projektsteuerung)
  • Technische Universität Darmstadt (Bestandsanalysen)
  • Universität Osnabrück (Netzwerkanalysen)
  • Global Nature Fund (Beratung von Unternehmen zur ökologischen Flächenfunktion)
  • Stadt Frankfurt/Main (Gewerbegebiete Seckbach u. Fechenheim-Nord)
  • Stadt Marl (Gewerbegebiet Lenkerbeck)
  • Stadt Remscheid (Gewerbegebiet Großhülsberg)

 

Im Rahmen des auf drei Jahre angelegten Forschungsvorhabens wird untersucht, welche Wünsche und Anregungen die Akteure in den Gewerbegebieten der drei Städte für die weitere Entwicklung ihres Standortes haben. Dies kann sich auf unterschiedliche Themenfelder beziehen, wie infrastrukturelle Maßnahmen, energetische Gebäudesanierung, ökologische und soziale Aspekte. Für die Modellgebiete werden dann auf der Basis von Netzwerk- und Bestandsanalysen und vorhandener Planungen die wesentlichen Handlungsfelder ermittelt. Unter Einsatz der Szenariotechnik und mittels städtebaulicher und freiraumplanerischer Testentwürfe lassen sich die möglichen Entwicklungen im Gewerbegebiet anschaulich darstellen.

Die wissenschaftlichen Projekterfahrungen und Forschungsergebnisse sind die Basis für die weitere nachhaltige Entwicklung des Gewerbegebietes und damit ein wichtiger Impuls für die Zukunft. Ziel ist durch ein innovatives, nachhaltiges Standortprofil eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit und entsprechende Imageeffekte zu erzielen. Dies kommt dem Wirtschaftsstandort und der Kommune insgesamt zu Gute.

Weitere Infos finden Sie hier:

http://gruen-statt-grau.wilabonn.de/

Broschüre: Gewerbegebiete im Wandel – Nachhaltige Gewerbegebiete

Die Projekt­koordina­torin Susanne Smolka und die wissen­schaftlichen Partner David Heimann und Nicole Pfoser (vl.)

KlimaExpo.NRW

Bis 2022 präsentiert die KlimaExpo.NRW 1.000 Projekte, die man als „Motor für den Fortschritt“ bezeichnen kann und die Anregungen für zukunftsorientierten Klimaschutz und Klimaanpassung sind. Das Projekt „Grün statt Grau“ überzeugte die Landesregierung NRW, da es sich auf die Umgestaltung bestehender Gewerbegebiete konzentriert, langfristige und übertragbare Maßnahmen priorisiert und das gemeinsame Handeln von Kommunen, Unternehmen, und Anwohnenden fördert. Das Projekt bekommt das Logo „Wir sind dabei“ verliehen!

Die Städte Remscheid, Marl und Frankfurt/Main haben sich mit wissenschaftlicher Unterstützung auf den Weg gemacht, Standortnetzwerke aufzubauen und die Nachhaltigkeitspotenziale ausgewählter Gewerbegebiete mit den Unternehmen vor Ort auszuschöpfen. Das geschieht durch Baumpflanzungen, die Anlage von Retentionsflächen, verbesserte Parkraumbewirtschaftung, Planung von Radwegen, die Nutzung erneuerbarer Energien und vieles mehr.

Neben den Modellgebieten haben sich mittlerweile die Städte Iserlohn, Vreden und Lengerich als Transferstädte angeschlossen und verfolgen zusammen mit den Projektpartnern das Ziel, ihre Gewerbegebiete klimagerecht und nachhaltig auszurichten.

Nachhaltige Gestaltung sichert Zukunft von Regionen
„Kommunen berücksichtigen Klimaschutz und Klimaanpassung in Gewerbegebieten bisher hauptsächlich bei der Planung neuer Gebiete. Dabei schlummern große Nachhaltigkeitspotenziale gerade in Bestandsgebieten“, so Dr. Anke Valentin, Geschäftsführerin des WILA Bonn und Leiterin des Projektes. „Das Projekt zeigt auf, wie solche Gebiete grüner, attraktiver und klimagerechter gestalten werden können.“ Eine solche Umgestaltung ist dabei nicht nur gut für das Klima, sondern auch für die Zukunft der Gewerbegebiete selbst. Sie bieten mehr Aufenthaltsqualität und sind auf die Bedürfnisse der ansässigen Unternehme und ihrer Belegschaft ausgerichtet, da diese an der Umgestaltung mitwirken können.

Weitere Infos finden Sie hier: http://www.klimaexpo.nrw